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Champagne

Am 22. Juli 1927 wurde das Gebiet definiert, in dem der Grundwein für die Gewinnung von Champagner angebaut werden darf. Es ist nicht zu verwechseln mit der administrativen Region Champagne-Ardenne bzw. der historischen Landschaft Champagne, sondern umfasst auch noch Teile der Regionen Picardie und Île-de-France im nordöstlichen Frankreich. Die Champagne teilt sich wiederum in vier Weinbaugebiete auf: Montagne de Reims, Vallée de la Marne, Côte des Blanc und das südliche Anbaugebiet der Aube. Um die stets wachsende Nachfrage nach Champagner erfüllen zu können, wurde bereits die Ausdehnung des Anbaugebietes beschlossen.

Die Bezeichnung "Champagner" hat daher unmittelbar mit dem Herkunftsgebiet zu tun – der Name ist markenrechtlich geschützt. Alle Schaumweine, deren Grundweine außerhalb der Champagne angebaut werden, müssen nach deutschem Lebensmittelrecht, je nach Herstellung und Herkunftsland, als Sekt bezeichnet werden. In Frankreich und Luxemburg heißen diese mittels Flaschengärung hergestellten Schaumweine Vin Mousseux oder Crémant, in Spanien Cava und in Italien Spumante.

Aufgrund seiner Ausdehnung von 150 km und einer Fläche von ca. 33.500 ha, ist das Gebiet von Lage, Bodenbeschaffenheit und auch Klima nicht homogen. Das semikontinentale Durchschnittsklima mit ozeanischen Einflüssen und moderaten Niederschlagsmengen bringt im Schnitt 1650 Sonnenscheinstunden hervor, von denen ein Viertel auf die Monate Juli und August entfallen. Die Champagnertrauben reifen langsam, was ihrer Güte und Frische zugute kommt.

Die Böden aus Belmnitkreide, die sich vor allem im Herzen des Anbaugebietes zwischen der Montagne des Reims und der Côte des Blancs befinden, speichern einerseits sehr gut die Feuchtigkeit des Bodens und leiten gleichzeitig überschüssiges Wasser ab. Auf diesem Kreideboden liegt eine zwischen 20 und 50 cm dichte Mischung aus Humus und Lehm, in die die Rebwurzeln tief bis zur Kreide vordringen. Die Reben profitieren daher sowohl vom Nährwert des Humus als auch von dem feuchtigkeitspendenden Lehm und dessen Fähigkeit, die Wärme des Tages zu speichern und diese nachts an die Reben abzugeben. So erhalten die Reben fast ständig eine ideale Temperatur.

Die größten Kellereien befinden sich zwar in den Städten Reims und Épernay. Die Regionen Verzenay und Bouzy-Ambonnay im östlichen bzw. südlichen Teil der Montagne de Reims, die Côte des Blancs mit den Orten Avize und Oger sowie das Grande Vallée de la Marne um Aÿ gelten jedoch als Herz des Weinbaugebietes mit den besten Lagen. Hier liegen auch alle als Grand Cru eingestuften Weinbaugemeinden.