Eine beeindruckende Tradition, Champagner zu entkorken

Man kann Champagner auch ein wenig anders genießen

In der Regel erwirbt man eine Flasche Champagner um etwas Besonderes zu feiern und geht entsprechend behutsam mit dem edlen Tropfen um. Gerade auch beim Entkorken der Flasche besteht im Normalfall wenig Interesse, den Champagner großzügig in der Umgebung zu verschütten, sondern man öffnet die Flasche umsichtig, damit möglichst viel des Getränkes auch in den Gläsern der anwesenden Genießer landet. Doch schon seit ungefähr 200 Jahren gibt es auch noch eine gänzlich andere Methode, um eine Champagnerflasche zu öffnen. Diese ist nicht nur sehr brachial, sondern auch durchaus eindrucksvoll, zumindest, wenn sie korrekt ausgeführt wird. Wer dem Sabrieren einer Champagnerflasche beiwohnen darf, der wird dies mit Sicherheit nicht so schnell wieder vergessen. Der Begriff des „Sabrieren“ wird vom französischen „Sabre“, dem Säbel abgeleitet und beschreibt das Köpfen einer Champagnerflasche mit einem sogenannten Champagnersäbel. Dabei wird mit einem Säbel in einem bestimmten Winkel der Wulst des Flaschenhalses unterhalb des Korkens abgeschlagen. Dieses Vorgehen mag zwar leichtfertig und vielleicht auch ein wenig respektlos erscheinen, doch es erfordert großes Geschick, eine Champagnerflasche auf diese Weise zu öffnen und weder sich selbst noch andere Anwesende zu gefährden. Bei einer erfolgreichen Enthauptung kann der Wulst des Flaschenhalses mit dem Korken eine Geschwindigkeit bis zu 200 km/h erreichen und an die zwanzig Meter weit in die Schlagrichtung fliegen. Daher gilt es hier darauf zu achten, dass der Korken eine freie Flugbahn hat und keine Zuseher unmittelbar neben dem Schauspiel positioniert sind.

Eine Tradition der Krieger

Das Spektakel des Sabrierens wird auf Napoleon und seine Kavallerie-Offiziere zurückgeführt. Napoleon war ein großer Freund des Champagners und genoss es, seine militärischen Triumphe mit einer guten Flasche des edlen Schaumweines zu zelebrieren. Seine Offiziere führten stets ihre Säbel mit und so etablierte sich die Tradition des Köpfens der Champagnerflasche mit dieser Waffe. Dabei stand das Ritual selbst natürlich immer über dem eigentlichen Resultat, denn beim Sabrieren kann, falls es falsch durchgeführt wird, nicht nur eine Flasche Champagner verschwendet werden. Es muss auch darauf geachtet werden, dass bei einer unsauberen Trennung von Korken und Flaschenhals keine Glassplitter im Getränk selbst enthalten sind und zudem gilt es auch, nichts und niemandem mit dem abgetrennten Teil des Flaschenhalses „abzuschießen“, denn dies kann in diesem Fall äußerst schlimme Folgen haben. Da scheint es noch recht harmlos, wenn man nur ein wenig Champagner verschüttet, um eine beeindruckende Zeremonie durchzuführen.

Historisch Hintergründiges aus dem Hause Veuve Clicquot

Eine Witwe schmuggelt sich in die Herzen anspruchsvoller Genussfreunde…

Kenner der französischen Sprache werden sich über den Namen Veuve Clicquot, was nicht weniger als ein traditionsreiches Champagnerhaus von Weltrenommee darstellt, vielleicht wundern: „Veuve“ bedeutet auf gut deutsch nämlich „Witwe“, folglich muss vermutlich eine Witwe Clicquot als Namensgeberin für diesen erlesenen Schaumwein fingiert haben.

Und diese Vermutung entspricht den Tatsachen: Einer Dame mit dem klingenden Namen Barbe-Nicole Clicquot Ponsardin ist zu verdanken, dass der perlend-prickelnde Trinkgenuss auch heute einen klingenden Namen hat – nämlich „Veuve Clicquot“. Madame Clicquot wurde bereits im zarten Alter von nur 27 Jahren Witwe und hat sich als geschäftstüchtige Champagnerherstellerin einen zähen, aber nichtsdestoweniger herausragenden Namen gemacht. Aber der Reihe nach:

Der Ruhm, den das Haus Clicquot heute noch umweht, gründet auf einer nicht gerade legalen Vorgehensweise der jungen Witwe, die sich allerdings für sie und ihre Nachkommen bi s zum heutigen tage ausgezahlt hat. Frau Clicqout hat sich seit den 1770er Jahren als äußerst umtriebige Unternehmerin präsentiert. Selbst vor Schmuggel nach Russland und Großbritannien schreckte die geschäftstüchtige Madame nicht zurück.

Historische Kostbarkeiten – prickelnde Tatsachen und bouquetreiche Facetten

Vielleicht hat auch eine andere Tatsache dazu beigetragen, dass der Champagner in dieser Zeit einen seiner geschichtsträchtigen Höhepunkte erlebte: Napoleon verschwand zu dieser Zeit aus der europäischen Tagespolitik und fand Eingang in die Analen. Für die Europäer bedeutete dies, dass es einen guten Grund zum Anstoßen gab – und diesem Wunsch kamen sie nicht selten mit Champagner, unter anderem aus dem Hause Veuve Clicquot, nach.

Überraschende Geschichten rund um den luxuriösen Rebensaft aus der Champagne sowie seinen Herstellern machen Lust auf mehr, denn Champagner ist nicht nur aus dem gehobenen Lifestyle inzwischen nicht mehr wegzudenken – der Perlwein mit dem gewissen Prickeln erzählt auch viele Anekdoten über ein herrschaftliches, aber dennoch gewieftes Lebensgefühl aus längst vergangenen Tagen. Dass damals bereits Frauen als beeindruckend erfolgreiche Unternehmerinnen aufgetreten sind, rundet die Exklusivität des Champagners auch in historischer Hinsicht perfekt ab.

Feierliche Siege, tröstender Genuss – Prominente Champagner-Genießer

Genussreiche Zitate für alle Lebenslagen

„Nach dem Sieg verdienst du ihn, nach der Niederlage brauchst du ihn.“ Niemand geringerer als der große französische Feldherr Napoleon brachte die allumfassende Notwendigkeit und damit die einzigartigen Eigenschaften des weiterlesen