Nicht jeder Schaumwein edler Herkunft sieht gleich aus
Die meisten Menschen trinken meist einen roten oder weißen Wein und kennen auch Sekt und Champagner in vielen Fällen nur in einer Farbauswahl, wenngleich es hier zu farblichen Nuancen kommen kann. Doch der Rosè-Wein an sich ist schon sehr lange bekannt, gilt jedoch immer wieder als Modeerscheinung und erfreut sich dementsprechend durchaus unterschiedlicher Beliebtheit. Im 16. Jahrhundert waren auch die Weine aus der Champagne, damals als „Vin Gris“ bekannt und sehr beliebt, weit verbreitet, wobei Mönche wie Perignon und Oudart sich in umfassendem Rahmen dem Unterfangen widmeten, weißen Wein auch aus blauen Trauben zu keltern, was ihnen bekanntermaßen schließlich gelang. Dies galt als enormer Fortschritt in der Produktion von Wein und wirkte sich naturgemäß im späteren Verlauf auch auf den Champagner aus. Dank dieser Pionierarbeit weisen heute unzählige Champagner eine volle goldige, aber eben helle Farbe auf, unabhängig davon, welche Trauben sie im Grunde enthalten.
Doch so mancher vermeintlicher Fortschritt wird später noch einmal überdacht und je nach Belieben und dem Bedarf an Innovation wenn nicht revidiert so doch abgeändert. So kam es, dass Veuve Cliquot 1804 den ersten Rosè Champagner auf den Markt brachte, der sich bald großer Beliebtheit erfreute und bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts sehr populär blieb. Diese Popularität flaute mit der Zeit auch wieder ab und seit dem frühen 20. Jahrhundert hat der Rosé Champagner eine Fangemeinde, welche ihm beständig die Treue hält.
Kein süßliches Partygetränk
So mancher Champagnergenießer begegnet dem Rosé Champagner nicht zuletzt deshalb mit Argwohn, weil man es vor allem von Schaumweinen aus günstiger Produktion gewohnt ist, dass deren Rosé durch eine penetrante Süße besticht. Doch dies ist bei einem hochwertigen Rosé Champagner aus gutem Hause keineswegs der Fall, ist dieser doch eher ein trockener Schaumwein, der vor allem als Begleitung zu Fleischgerichten hervorragend geeignet ist. Man kann Rosé Champagner auf zwei Arten erzeugen, wobei die Beigabe von Rotwein die einfachere Variante darstellt. Besonders hochklassige Rosés werden jedoch durch Schalenkontakt hergestellt, was bedeutet, dass Teile der Traubenschalen von Pinot Meunier und Pinot Noir während der Gärung mit dem Most in Kontakt bleiben und so nicht nur die besondere Färbung, sondern auch einen ausgesprochen vollmundigen Geschmack und ein kräftiges Bouquet verantworten. Trotz seiner beständigen Beliebtheit sind nur rund drei Prozent der jährlich produzierten Champagner Rosés.