Wirtschaftskrise bremst Genussfreude aus
Die letzten Monate waren überschattet von der Finanzkrise, die den gesamten Globus fest im Griff gehabt hat. In jedem Lebensbereich wurde der Gürtel enger geschnallt und noch immer die Nachwehen mehr oder minder deutlich zu spüren. Auch Champagner wurde in letzter Zeit wenn, dann eher gläser- denn flaschenweise genossen.
Aber die krisenbedingten Auswirkungen auf den weltweiten Champagnermarkt gingen noch viel weiter: Insbesondere gegen Ende des letzten Jahres wurde das Symbol für luxuriösen Genuss in seiner schönsten Form geradezu verramscht. Zu den alljährlich wiederkehrenden Feiertagen wie Weihnachten oder Silvester wurde anno 2009 häufig auf ein besonders wertvolles „Prosit“ verzichtet. Als Folge brach der Marktpreis für Champagner ein.
Ein zuvor undenkbares Sakrileg zwar, aber auch der edelste Perlweingenuss muss den kapitalistischen Spielregeln von Angebot und Nachfrage gehorchen. Markschreierisch wurde der Champagner an den Mann gebracht. Den anspruchsvollen Kunden freute dies: Vor einem dreiviertel Jahr konnte er seine äußerst erlesene Trinklust doch mit bestem Champagner stillen, ohne dafür allzu tief in die meist relativ leeren Taschen greifen zu müssen. In Frankreich, dem traditionsreichen Champagner-Stammland, wurden vereinzelt höchstwertige Schaumwein-Schnäppchen mit bis zu dreißig Prozent Rabatt gesichtet.
Ein kräftiges „Santé“ auf das künftige Wachstum
Dass die Franzosen die letztjährigen hohen Festtage mit preiswerten Perlweinen aus der Champagne begießen durften, hat das Genussvolk den Amerikanern und Briten zu verdanken. In diesen Ländern hat die Wirtschaftskrise in einem ganz besonders erbarmungslosen Ausmaß zugeschlagen. Die Lust auf Champagner dürfte angesichts dieser ökonomisch schwierigen Zeiten den meisten vergangen sein und die französischen Kellereien blieben auf ihren prickelnden Produkten sitzen.
Jetzt stehen bald erneut diese besonderen Feiertage ins Haus. Die globalisierte Ökonomie hat sich inzwischen wieder mehrheitlich erholt. Bleibt zu hoffen, dass heuer in Übersee nicht nur an Neujahr wieder mit dem ein oder anderen Gläschen Champagner auf eine bessere Zukunft angestoßen wird. Vielleicht gönnen sich die erfolgsverwöhnten Amerikaner auch den Luxus, das Ende der Wirtschaftskrise mit einem perlenden Tropfen zu besiegeln. Der Champagner steht dafür bereit!
Ein toller Artikel!