Geschichtsträchtige Trauben im Wandel der Zeit
Sowohl Arbane als auch Petit Meslier sind weiße Rebsorten, die bis ins 19. Jahrhundert im Gebiet der Champagne weit verbreitet und bei Herstellern von Champagner sehr beliebt waren. Doch die Reblauskrise Mitte des 19. Jahrhunderts, bei der die aus den USA über England eingeschleppte Reblaus vor allem in Frankreich zwischen 1865 und 1885 ganze Anbaugebiete praktisch kahlschlug, traf gerade auch diese Rebsorten ganz besonders, und so erlebten sie keine Renaissance, sondern wurden im Laufe der Zeit durch die drei heute bekannten und meist verbreiteten Rebsorten Pinot Noir, Chardonnay und Pinot Meunier ersetzt. Doch auch wenn sie heute mengenmäßig kaum noch eine Rolle in der Champagnerherstellung spielen, so sind doch Arbane und Petit Meslier nach wie vor für die Champagnerproduktion zugelassen, wohl auch, da beide Rebsorten auf eine lange Geschichte in diesem Bereich zurückblicken können und es mittlerweile Erzeuger gibt, die durchaus noch auf diese altbekannten Rebsorten zurückgreifen. Denn beide überzeugen durch einen fruchtigen und frischen Geschmack, der hervorragend mit anderen Rebsorten, vor allem auch roten wie der Pinot Noir oder der Pinot Meunier, harmoniert und in der jeweiligen Komposition ganz besondere Nuancen entwickelt.
Eine leichte Wiederbelebung, oder ein kleines Gedenken
Wie bereits zuvor erwähnt widmen sich einzelne Häuser der Erhaltung der Arbane und Petit Meslier, und bringen daher verschiedene Champagner mit Bestandteilen beider oder einer der beiden Rebsorten auf den Markt. So darf sich die Rebsorte Arbane sogar mit einem sortenreinen Champagner aus dem Hause Moutard-Diligent schmücken, während das Haus Aubry einen Champagner aus den Sorten Arbane, Petit Meslier und Pinot Blanc herausbringt. Vor einigen Jahren hat sich auch der Champagnerhersteller Drappier diesem Trend zur Erhaltung seltener Sorten angeschlossen und bringt seit 2007 den Cuvée „Quattuor“ auf den Markt, der sich zu Anteilen von je 25 Prozent aus den Rebsorten Arbane, Petit Meslier, Pinot Blanc vrai und Chardonnay zusammensetzt. Und auch wenn die seit Jahrzehnten bekannten und bewährten Zusammensetzungen viele Freunde und Anhänger haben, kann es sich durchaus lohnen, auch einmal etwas Neues auszuprobieren und einen Ausflug in die vergangenen Zeiten des Champagners zu machen.