Champagner: Vom reinen Zufall zum puren Luxus

Der steinige Weg zum königlichen Getränk

Exklusivität und Luxus – kein anderes Produkt verkörpert diese Eigenschaften heute so sehr wie Champagner. Aber bis der französische Schaumwein zum prickelnden Genuss der Spitzenklasse wurde, war es ein steiniger Weg. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Es waren wie so oft die Römer, die den Grundstein legten. Sie begannen in der kargen Landschaft der heutigen Champagne mit dem Anbau von Reben.

Bis ins Mittelalter hinein hatte der stille Wein aus dieser Region keinen guten Ruf. Verantwortlich dafür war vor allem die Bezeichnung „Vin de Champagne“, denn „Champagne“ wurde damals eine öde Weidelandschaft für Schafe genannt. Keine guten Voraussetzungen für ein königliches Image!

Allerdings setzt sich guter Geschmack immer durch. Aufgrund seiner raffinierten Aromen wurde der Wein aus der nordfranzösischen Champagne selbst am Pariser Hofe immer beliebter und bald erfuhr auch der bis dato verschmähte Name eine geschmackvolle Neuinterpretation.

Dom Pérignon und Louis Pasteur: Die Väter des prickelnden Geschmacks

Das 17. Jahrhundert brachte schließlich das Prickeln in die bisherigen stillen Weißweine aus dieser Region. Der Grund dafür war eine damalige Innovation, nämlich die Flaschenabfüllung direkt im Anbaugebiet. Eigentlich sollte damit lediglich die Frische der Weine verlängert werden und das gelang in einem zuerst ungewollten Ausmaß. Der Wein gärte in der Flasche weiter und entwickelte Kohlensäure und damit eine delikate Spritzigkeit.

Vor allem in England erfreute sich der Schaumwein hoher Beliebtheit und die Nachfrage nach der französischen Spezialität wuchs. Folglich musste sich auch das Angebot erhöhen, was aber eine etwas schwierige Angelegenheit darstellte. Die Flaschengärung konnte bis ins 19. Jahrhundert hinein nicht kontrolliert werden. Viele Flaschen explodierten bereits in den Weinkellern. Eisenmasken sollten die Kellermeister vor fatalen Verletzungen schützen und der Perlwein erhielt einen wenig schmeichelhaften Beinamen als „Wein des Teufels“.

Dennoch wurde vor allem in Klöstern geforscht und experimentiert, um die Flaschengärung zu einer sicheren Sache zu machen. Dom Pérignon, ein Benediktinermönch, hat sich bereits im 17. Jahrhundert um die Zügelung der unberechenbaren Kohlensäure verdient gemacht. Vollendet wurde der himmlische Champagner-Genuss von niemand geringerem als Louis Pasteur, dem wir die gleich bleibend exzellente Qualität eines Champagners zu verdanken haben.

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