Die Verwendung der Bezeichnung “Champagner” ist streng reguliert
Die Bezeichnung „Champagner“ hängt seit dessen Entwicklung in seiner uns heute bekannten Form vor über 300 Jahren hauptsächlich mit der Region zusammen. Selbst die Tatsache, dass auch in anderen Regionen der Welt Schaumweine durch Flaschengärung hergestellt werden, ändert nichts an der Tatsache, dass diese sich nicht als „Champagner“ bezeichnen dürfen. Entscheidend dürfte dafür wohl auch sein, dass genau in diesem Anbaugebiet, der Champagne, die Techniken zur Erzeugung von Champagner ausgebildet und über die Jahrzehnte und Jahrhunderte verfeinert wurden.
Bis in die frühen 1990er Jahre führten Schaumweine, welche durch Flaschengärung erzeugt wurden, noch die Bezeichnung „méthode champenoise“ auf ihrem Etikett, um damit auf den besonderen Herstellungsprozess und die gehobene Qualität zu verweisen. Doch eine EU-rechtliche Regelung bezüglich des Markenschutzes untersagt seit 1994 auch diese Anlehnung an die Herstellungsweise des jeweiligen Weines. Im Zuge dieser rechtlichen Entwicklungen wurde in Frankreich eine eigene Kategorie für jene Schaumweine eingeführt, deren Erzeugung der des Champagners gleichen, nämlich die „Crémant“. Diese Bezeichnung war zwar auch in der Champagnerherstellung lange üblich und benannte jene Champagnersorten, die nur einen Überdruck von 3,5 bar aufwiesen, doch da der Ausdruck nicht geschützt war, verzichteten die Champagnerhersteller auf ihn und ermöglichten so eine alternative Nutzung. Auch die Herstellungsbedingungen für einen „Crémant“ sind mittlerweile gesetzlich reguliert, und in den letzten Jahren wurde Herstellern aus Luxemburg und Belgien erlaubt, diese Bezeichnung zu verwenden.
Wo der Name auch wirklich noch eine Bedeutung hat
Außerhalb von Frankreich nutzen die Hersteller von Schaumweinen durch Flaschengärung meist die Bezeichnung „Méthode traditionelle“, um auf die Besonderheiten ihrer Produkte zu verweisen, wie etwa auch der österreichische Hersteller Schlumberger. Und auch am internationalen Markt ist der Schutz der Marke „Champagner“ präsent und wird zu großen Teilen beachtet. Doch dem Experten ist ohnehin bewusst, dass man einen echten Champagner nur dann in Händen hält, wenn er aus der entsprechenden Weinbauregion kommt, was auch als Garant für die hohe Qualität der Erzeugnisse gesehen werden darf. Auch wenn es durchaus interessant sein kann, einen Schaumwein nach der „Méthode traditionelle“ aus einem anderen Teil der Welt auszuprobieren, so bleibt ein Champagner das, wofür die Bezeichnung steht – ein Original.