Champagner wird noch immer traditionsgemäß verschlossen
Während gerade im Bereich der Weinproduktion immer öfter auf alternative Möglichkeiten, eine Flasche sicher und fest zu verschließen, zurückgegriffen wird, bleibt man beim Champagner den althergebrachten Traditionen treu und verschließt die Flaschen immer noch ausschließlich mit Naturkorken. Dabei wird natürlich vor allem auf die entsprechend hohe Qualität und die sorgfältige Verarbeitung des Korkens besonders großer Wert gelegt, da bei solch hochwertigen Produkten wie einem Champagner alle Komponenten bestens miteinander harmonieren sollten. Zumeist stammt der Kork aus Spanien, Italien oder Portugal, also dem Mittelmeerraum und der Kork der Borke der sogenannten Korkeiche stellt die Hauptquelle für den Korken der Champagnerflaschen dar. In der Regel wird die Eiche erstmals etwa 25 Jahre nach dem Einpflanzen geschält, wobei dieser Kork noch nicht als Verschluss verwendet wird. Erst nach etwa 35 bis 40 Jahren wird der Kork dieser Bäume bezüglich seiner Qualität reif genug, um auch als Flaschenverschluss zu dienen. Wenn der Baum geschält wurde, wird der dabei gewonnene Kork jedoch nochmals für circa ein Jahr gelagert, bevor er weiterverarbeitet wird. Um die Qualität und damit auch die Eignung als Champagnerkorken zu beurteilen, wird die Größe und Anzahl der Poren des Korks herangezogen. Je mehr Poren der Kork aufweist und je größer diese sind, desto weniger eignet er sich als Flaschenverschluss, da hier die Gefahr sehr groß ist, dass Sauerstoff in die Flasche eindringen kann und so der Champagner ungenießbar wird.
Form und Funktion
Der Korken einer Champagnerflasche ist von seiner Grundform her zylindrisch, wie man es auch von den Korken der Weinflaschen kennt, hat jedoch einen größeren Durchmesser. Ein Korkschloss komprimiert den Korken stark, sodass er in die Flasche eingeführt werden kann und sich im Anschluss im Flaschenhals entsprechend ausdehnen kann, um die Flasche absolut dicht zu verschließen. Damit der Korken dem hohen Druck der Kohlensäure im Champagner nicht nachgibt, wird über diesen noch eine Agraffe, also das bestens bekannte Drahtkörbchen, angebracht, wobei ein Metallplättchen verhindert, dass das Drahtgestell zu stark in den Korken einschneidet. Dem Korken wird übrigens gerne die Schuld zugewiesen, wenn der Champagner verdirbt, was nicht immer zutreffend sein muss, jedoch möglich ist. So kann der Korken etwa von Schädlingen befallen sein, die unter anderem dafür sorgen können, dass Sauerstoff in die Flasche eindringt und den Champagner ungenießbar macht. Eine falsche Lagerung kann zudem Schimmelpilzbefall verursachen, wobei hier nicht immer genau eruiert werden kann, wo genau der Fehler in der Lagerung begangen wurde. Es gilt also beim Kauf von Champagner immer auch sehr genau auf den Korken zu achten.