Die frühen Anfänge edler Genüsse

Schon in früher Zeit war die Champagne ein beliebtes Anbaugebiet

In den meisten Fällen erringt ein berühmtes Anbaugebiet für solch raffinierte und anspruchsvolle Genussmittel wie Wein, Sekt und Champagner nicht über Nacht eine gewisse Popularität, sondern diese ergibt sich vielmehr aus einer stetig zunehmenden Erfolgsgeschichte. Dementsprechend erfreut sich die Champagne nicht erst seit dem 17. Jahrhundert einer großen Bekanntheit als eines der besten Weinbaugebiete, sondern die Grundsteine für diesen späteren Erfolg wurden bereits zu Zeiten der Römer gelegt. Diese bauten dort die ersten Reben an, wobei sie ausschließlich stillen Wein produzierten. Lange Zeit wurde daraufhin in der Gegend der heutigen Champagne Wein angebaut, ohne dass dieser jedoch größere Popularität erlangte. Historisch bedeutsam ist das Jahr 1114, welches im Allgemeinen als das Gründungsjahr der Weinbauregion Champagne gesehen wird. Große Teile des heutigen Anbaugebietes wurden in diesem Jahr in einer Urkunde des Bischofs von Chalons-en-Champagne dem Abt des dort befindlichen Benediktinerklosters überschrieben. In den darauffolgenden Jahrhunderten wurde dort der allseits als „Vin de Champagne“ bekannte Wein produziert, der jedoch immer noch still war und sich an den europäischen Höfen äußerst großer Beliebtheit erfreute. Erst im 17. Jahrhundert, genauer um 1670, wurde die Herstellung des Schaumweines entdeckt.

Der Anfang einer Erfolgsgeschichte

Die Entdeckung des Schaumweines erfolgte zufällig und unterlag den Witterungseinflüssen. Da im Norden Frankreichs die Trauben durchaus erst spät reifen, konnte der Wein von Beginn des Winters nicht zur Gänze gären und es kam zu einer zweiten Gärung im Frühjahr, als die Temperaturen wieder stiegen. Was bei Holzfässern keine Auffälligkeiten zeigte, da die dadurch entstehende Kohlensäure entweichen konnte, führte bei einer zweiten Gärung in Flaschen allerdings zur Entstehung von Schaumwein. Dieser erfreute sich recht bald zunehmender Beliebtheit, wenngleich die Winzer selbst davon nur bedingt begeistert waren, da sich die Herstellung als durchaus verlustreich herausstellte. Immer wieder führte die Entstehung der Kohlensäure zu herausspringenden Korken und geplatzten Flaschen, wodurch der kostbare Inhalt verloren ging. Im Laufe der Zeit entwickelte sich jedoch die Möglichkeit der kontrollierten Flaschengärung, welche vor allem von dem Benediktinermönch Dom Pérignon maßgeblich weiterentwickelt wurde. Die ursprüngliche Trübung des Champagners wurde schließlich von Nicole-Barbe Cliquot und ihren Mitarbeitern durch die Entwicklung des Rüttelns und Degorgierens beseitigt. Von da an entwickelte sich der Champagner zu einem zunehmenden Luxusgetränk, welches in der gehobenen Gesellschaft sehr geschätzt wurde und sich auch heute noch größter Beliebtheit erfreut.