Hochkarätiger Champagner aus einem Haus mit spanischen Wurzeln

Von Südamerika in die Champagne

Die meisten Champagnerhäuser sind bereits seit Generationen in französischem Besitz und wurden auch von Franzosen gegründet. Das Haus Ayala stellt hier eine Ausnahme dar, denn es wurde von Edmond de Ayala gegründet, der aus Kolumbien kam. Dessen Großvater, Don Antonio de Ayala Vergara wurde vom spanischen König 1750 als Kanzler nach Neu-Granada, das spätere Kolumbien, entsandt, wo Edmond 1831 geboren wird und aufwächst. Er geht später als kolumbianischer Konsul nach Frankreich, wo ihm der Erbgraf von Mareuil anbietet, in der Champagne das Handwerk des Winzers zu erlernen. Dabei kommt es zu einer schicksalshaften Begegnung, denn Edmond lernt Gabriele, die Nichte des Grafen, kennen und verliebt sich in sie. Die beiden heiraten 1860 und bekommen als Mitgift nicht nur das Schloss von Aÿ, sondern auch die Weinberge von Aÿ und Mareuil-sur-Aÿ. Dies legt den Grundstein für ein international erfolgreiches Unternehmen, das dank der ausgezeichneten Verbindungen von Edmonds Bruder, der in London lebt, vor allem in England sehr schnell großen Anklang und dementsprechende Verbreitung findet. Schon 1882 ist das Haus Ayala eines der Gründungsmitglieder der Vereinigung der großen Marken aus dem Gebiet der Champagne und bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs ist es der Hoflieferant des englischen und spanischen Königshauses. Nachdem das Haus im Laufe der Jahre mehrmals von verschiedenen Eignern geführt wurde, übernahm es 2005 die Familie Bollinger und integrierte es in die Jacques-Bollinger-Gesellschaft. Nach wie vor ist Ayala eine etwas kleinere Champagnermarke, die vor allem auf althergebrachte und sorgfältige Herstellung und höchste Qualität großen Wert legt.

Was besonders beginnt, wird auch so weitergeführt

Im Anbaugebiet rund um Aÿ werden hauptsächlich Pinot Noir Trauben angebaut und so wird auch bei Ayala sehr viel mit dieser Traube gearbeitet. Die übersichtliche Größe des Unternehmens ermöglicht eine Fokussierung auf besondere Qualität, was auch bedeutet, dass man für die Herstellung des Brut Majeurs und Brut Millésimés nur Grand Crus und Premiers Crus verwendet. Eine weitere Besonderheit dieses Hauses ist auch das Angebot ultratrockener Champagner, denn man findet Cuvees ohne Dosage, welche eine ganz besondere Geschmacksnote vermitteln. Das Haus Ayala weist somit nicht nur eine außergewöhnliche Geschichte auf, sondern auch bleibt diesem Motto auch in seinem Angebot treu.

Edelste Tropfen aus einem weltberühmten Haus

Champagne Krug produziert seit beinahe 170 Jahren auf höchstem Niveau

Das Champagnerhaus Krug wurde 1843 von Johann-Joseph Krug in Reims gegründet. Die Jahre zuvor arbeitete er für Adolphe Jacquesson in dessen gleichnamigen Champagner-Haus und sammelte dort genügend Erfahrung, um gemeinsam mit dem ansässigen Winzer Hyppolite de Vivés den Grundstein für eines der heute erfolgreichsten und renommiertesten Champagner-Häuser der Welt zu legen. Doch zunächst handelten die beiden Geschäftsmänner mit Champagner und Weinen der Region, bevor sie zwei Jahre später selbst mit der Produktion von Champagner begannen. Krug zeigte dabei vor allem ein großes Talent bei der Assemblage der Grundweine, welche hervorragend miteinander harmonierten und ein ausgezeichnetes Endprodukt ergaben. Dieses Talent gab er auch an seinen Sohn, Paul, weiter, der ebenfalls für seine harmonischen und exquisiten Kompositionen bekannt wurde. Dieser war es auch, der nach dem Tod Johann-Joseph Krugs und dem Rückzug Hyppolite de Vivés in den Ruhestand die Leitung des Unternehmens übernahm und es durch seine hervorragende Arbeit zu einer der führenden Marken im Bereich der Champagnerherstellung machte. Auch der Firmensitz, in welchem das Unternehmen heute noch residiert, wurde 1874 unter Paul Krug erbaut.

Das besondere Augenmerk auf harmonische und qualitativ hochwertige Assemblagen gilt im Hause Krug bis heute und festigte über die Jahrzehnte seinen Ruf als eine der weltweit besten Champagnermanufakturen.

Traditionelle Produktion sichert hohe Qualität

Auch wenn das Unternehmen heute zu den führenden Champagnerherstellern zählt und entsprechende Umsätze erreicht, so legt man im Hause Krug doch großen Wert auf bewährte und althergebrachte Fertigungsweisen, um die hohen Ansprüche der Kunden an die Marke immer zur vollsten Zufriedenheit erfüllen zu können. Die Grundweine werden ausschließlich in über dreißig Jahre alten Eichenholzfässern, die pro Stück jeweils an die 205 Liter Flüssigkeit fassen, ausgebaut. Diese speziellen Fässer verleihen dem Champagner von Krug eine ganz besondere Note und vor allem ihr fortgeschrittenes Alter verhindert, dass dieser eine Geschmacksnuance bekommt, welche entfernt an Holz erinnert. Die Trauben für die späteren Spitzenerzeugnisse kommen von den hauseigenen Reben, welche auf etwa fünfzehn Hektar Anbaufläche verteilt sind. Der Bedarf an Trauben, welcher über die eigenen Erträge hinausgeht, wird durch den Zukauf bei Winzern gedeckt, deren Produkte die Qualitätsstandards von Krug erfüllen. Daraus entstehen dann nach einem aufwendigen Herstellungsprozess und mehrjähriger Lagerung ausgezeichnete Cuvées wie etwa „Le Grande Cuvée“, „Rosé“, „Millésimé“ und „Collection“, sowie weitere Champagner aus Einzellagen, also der „Clos de Mesnil“ und der „Clos d’Ambonnay“.

Die wichtigsten Schritte zu prickelndem Genuss

Champagner – durch und durch ein besonderes Produkt

Dass ein Champagner seinen Namen und Ruf vor allem auch aufgrund der Anbauregion erhält, ist nicht nur unter Profikennern, sondern auch Laien bestens bekannt. Doch die Region alleine erzeugt noch keinen erlesenen Trinkgenuss, dazu gehört dann doch etwas mehr. Und so umfasst die Champagnerproduktion mehrere aufwendige Schritte, um schlussendlich mit dem weltweit begehrten Produkt auftrumpfen zu können. Dieser besondere Aufwand beginnt schon beim Anbau, der Lese und vor allem auch der Pressung. Das Anbaugebiet der Champagne umfasst an die 33000 Hektar und ist somit klar begrenzt, wobei eine Erweiterung in naher Zukunft geplant ist. Die Anbaudichte pro Hektar ist mit 7000 bis 8000 Rebstöcken klar reglementiert und wesentlich dichter als in anderen Weinbaugebieten. Um die Exklusivität des Champagners zu gewährleisten, ist aber auch der Höchstertrag limitiert, wobei diese Zahl je nach vermuteter Einträglichkeit des Jahres variieren kann. Sind also die Wetterverhältnisse eines Jahres besonders nachteilig, so wird auch der Höchstertrag nach unten revidiert. Die Trauben werden von Hand verlesen, was nach wie vor die einzige Möglichkeit ist, diese möglichst unversehrt zu ernten, und in sogenannten Mannequins gesammelt, um sie dann zur Pressung zu transportieren. Dabei wird besonders bei den roten Traubensorten darauf geachtet, dass diese schnell abgepresst werden, damit der rote Farbanteil möglichst gering bleibt.

Augewählte und spezielle Prozeduren legen den Grundstein für edle Tropfen

Die Trauben werden mehrfach gepresst, doch für hochqualitative Champagner wird nur der Most der ersten Pressung, welcher Kennern unter der Bezeichnung Cuvee bekannt ist, verwendet, da alle weiteren Pressungen vermehrt Bitterstoffe enthalten. Im nächsten Schritt wird der Cuvee in Holzfässer gefüllt und mit Hefe versetzt, was zum ersten Gärungsprozess führt, der mehrere Monate in Anspruch nimmt. Nach der ersten Gärung folgt der nächste Schritt, der die Champagnerproduktion schließlich auch so besonders macht, nämlich die Assemblage. Hierbei werden mehrere Cuvees verschiedener Jahrgänge miteinander verschnitten, wobei dieser Vorgang es auch erlaubt, die verschiedenen besonderen Modelle einzelner Marken und Sorten zu gestalten. Im Anschluss an diesen Vorgang kommt es schließlich zur Flaschengärung, die den abschließenden Produktionsschritt auf dem Weg zu hochwertigem Trinkgenuss darstellt. Diese Zweite Gärung dauert etwa drei Wochen und wird mit der Zugabe einer Zuckerart und Hefe durchgeführt. Durch die Hefe bilden sich Trübstoffe, die durch Rütteln und schlussendlichem Degorgieren entfernt werden. Dabei gilt aber zu beachten, dass Champagner abschließend noch mindestens fünfzehn Monate bis zu drei Jahren gelagert wird, um die Qualität weiter zu verbessern. Dann erst darf er die Gaumen erfreuen.

Eine geschützte Marke steht für eine besondere Herkunft

Die Verwendung der Bezeichnung “Champagner” ist streng reguliert

Die Bezeichnung „Champagner“ hängt seit dessen Entwicklung in seiner uns heute bekannten Form vor über 300 Jahren hauptsächlich mit der Region zusammen. Selbst die Tatsache, dass auch in anderen Regionen der Welt Schaumweine durch Flaschengärung hergestellt werden, ändert nichts an der Tatsache, dass diese sich nicht als „Champagner“ bezeichnen dürfen. Entscheidend dürfte dafür wohl auch sein, dass genau in diesem Anbaugebiet, der Champagne, die Techniken zur Erzeugung von Champagner ausgebildet und über die Jahrzehnte und Jahrhunderte verfeinert wurden.

Bis in die frühen 1990er Jahre führten Schaumweine, welche durch Flaschengärung erzeugt wurden, noch die Bezeichnung „méthode champenoise“ auf ihrem Etikett, um damit auf den besonderen Herstellungsprozess und die gehobene Qualität zu verweisen. Doch eine EU-rechtliche Regelung bezüglich des Markenschutzes untersagt seit 1994 auch diese Anlehnung an die Herstellungsweise des jeweiligen Weines. Im Zuge dieser rechtlichen Entwicklungen wurde in Frankreich eine eigene Kategorie für jene Schaumweine eingeführt, deren Erzeugung der des Champagners gleichen, nämlich die „Crémant“. Diese Bezeichnung war zwar auch in der Champagnerherstellung lange üblich und benannte jene Champagnersorten, die nur einen Überdruck von 3,5 bar aufwiesen, doch da der Ausdruck nicht geschützt war, verzichteten die Champagnerhersteller auf ihn und ermöglichten so eine alternative Nutzung. Auch die Herstellungsbedingungen für einen „Crémant“ sind mittlerweile gesetzlich reguliert, und in den letzten Jahren wurde Herstellern aus Luxemburg und Belgien erlaubt, diese Bezeichnung zu verwenden.

Wo der Name auch wirklich noch eine Bedeutung hat

Außerhalb von Frankreich nutzen die Hersteller von Schaumweinen durch Flaschengärung meist die Bezeichnung „Méthode traditionelle“, um auf die Besonderheiten ihrer Produkte zu verweisen, wie etwa auch der österreichische Hersteller Schlumberger. Und auch am internationalen Markt ist der Schutz der Marke „Champagner“ präsent und wird zu großen Teilen beachtet. Doch dem Experten ist ohnehin bewusst, dass man einen echten Champagner nur dann in Händen hält, wenn er aus der entsprechenden Weinbauregion kommt, was auch als Garant für die hohe Qualität der Erzeugnisse gesehen werden darf. Auch wenn es durchaus interessant sein kann, einen Schaumwein nach der „Méthode traditionelle“ aus einem anderen Teil der Welt auszuprobieren, so bleibt ein Champagner das, wofür die Bezeichnung steht – ein Original.

Edle Tropfen in ausgefallenen Größen

Wo bei „Magnum“ die Grenze noch lange nicht erreicht ist

Die gängigen Größen der Champagnerflaschen umfassen die sogenannte „Piccolo“, also das kleinste Format mit 0,2 Liter, die „Imperial“ mit 0,75 Liter und schließlich die „Magnum“ mit 1,5 Liter. Diese drei Flaschengrößen lassen sich in den meisten Läden finden und sind den Kunden im Allgemeinen bestens vertraut. Während die „Piccolo“ Flasche bereits sehr lange im Handel zu finden ist und die „Imperial“ trotz ihrer vertrauten Größe namentlich wohl vielen Laien unbekannt ist, gilt vor allem die „Magnum“ als purer Luxus, wenn man sich eine solche in einem Restaurant oder einem Club zu einem besonderen Anlass gönnt. Die „Magnum“ Flasche genießt auch den Ruf, dass ein Champagner darin besonders ausgezeichnet schmeckt, was von Experten damit begründet wird, dass diese Flaschengröße unter anderem auch für die Reifung des Champagners ausgezeichnet geeignet ist und sich die verschiedenen Geschmacksnoten darin hervorragend entfalten können. Doch abseits dieser allseits bekannten Größen gibt es bei Champagnern Flaschenformate, die noch viel beeindruckender sind als eine „Magnum“. Dies beginnt bei der Doppelmagnum, welche Experten unter dem Namen „Jeroboam“ bekannt ist und die, der erstgenannten Bezeichnung entsprechend, drei Liter fasst. Diese ist jedoch durchaus noch ohne Probleme in vielen Weinhandlungen und natürlich bei den Herstellern selbst erhältlich, auch wenn sie bei vielen Laien kaum bekannt ist. Aber es geht noch größer.

Exotische Bezeichnungen für kaum bekannte Formate

Die meisten Flaschengrößen nach der „Magnum“ tragen wenig bekannte Namen biblischer Figuren und Könige, was schon bei „Jeroboam“ beginnt, dem ersten König des Nordreichs Israel. Zu erwähnen wären etwa auch noch „Methusalem“ mit einem Fassungsvermögen von sechs Litern, „Nebukadnezar“ mit fünfzehn Litern und schließlich die größte Flasche, „Melchisedech“, der König der Gerechtigkeit aus dem Alten Testament, mit dreißig Litern. Dazwischen gibt es einige Größen, welche einzelne Abstufungen aufweisen, und mit der „Sovereign“ und der „Primat“ gibt es noch zwei Größen vor der „Melchisedech“, welche keine biblischen Namen aufweisen. Nicht nur aufgrund der verhältnismäßig geringen Nachfrage, sondern auch wegen des großen Produktionsaufwandes der Flaschen werden die Größen ab der „Jeroboam“ nicht regelmäßig produziert, sondern meist nur auf Nachfrage oder zu speziellen Anlässen. Zudem gibt es auch einige Größen, die nur von einzelnen Champagnerherstellern produziert werden. So zeichnet sich das Haus Drappier alleine für alle Champagner in Flaschen der Größe „Primat“ zu 27 Litern und „Melchisedech“ verantwortlich. Da die Größe der Flaschen für den Geschmack und den Reifungsprozess eines Champagners ab der Größe „Magnum“ aber nicht mehr entscheidend ist, darf man diese besonderen Größen wohl vor allem auch als Sammlerstücke für wahre Liebhaber des Champagners sehen.